Wer bin ich und wer will ich sein?

Für die „Über mich“-Rubrik dieses Blogs stelle ich gerade eine „50 Facts about me“-Liste zusammen. Und das ist schwieriger als ich erwartet hatte. Einerseits, weil es gar nicht so einfach ist, auf Anhieb 50 Dinge über sich selbst zu nennen. Andererseits bin ich mir auch nicht sicher, was ich überhaupt über mich sagen soll. Und vor allem will.

Das hat nicht unbedingt etwas mit der Privatsphäre zu tun. Generell bin ich im Internet vorsichtig, was ich sage und schreibe. So gibt es beispielsweise bei Facebook nur zwei Fotos von mir – und auf einem davon trage ich eine Burka. Nein, es geht vielmehr darum, welches Bild ich durch meine Auswahl von mir vermittele.

Will ich als lustige und unkomplizierte Person dastehen und nenne deshalb nur skurrile Details über mich? Oder möchte ich eher intellektuell erscheinen und betone deshalb, wie toll ich die Bücher von Arthur Schnitzler finde? Sollte ich sagen, dass ich vegan lebe? Schließlich ist das hier kein Food- oder Weltverbessererblog. Aber meine Lebensweise ist ein wichtiger Teil meiner Persönlichkeit. Erzähle ich nur Dinge, die ich gut kann und laufe damit Gefahr, überheblich zu wirken? Oder erwähne ich nur Dinge, die regelmäßig schief laufen und provoziere damit den Eindruck von fishing for compliments? Denn das geschriebene Wort wirkt eben immer noch anders als wenn ich die Dinge sage und durch meine Gestik und Mimik den Hintergrund erklären kann. Ohne diese nonverbalen Erklärungen kann es schnell zu Missverständnissen kommen.

Nirgendwo ist es so einfach ein Bild von sich zu erschaffen wie im Internet. Und nirgendwo ist es so schwer sich zu entscheiden, wer man sein will.

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Die Angst überwinden

Lange schon habe ich mit dem Gedanken gespielt, einen eigenen Blog zu schreiben. Aber irgendwie habe ich mich nie richtig getraut. War mir nicht sicher, worüber ich denn schreiben sollte. Und ob das überhaupt jemand lesen will. Dass ich mein Vorhaben jetzt aber doch noch in die Tat umsetze liegt in gewisser Weise an Ursula von der Leyen.

Ich mag Ursula von der Leyen nicht besonders. Und trotzdem habe ich mich entschlossen, sie mir zum Vorbild zu nehmen. Aus der früheren Familien- und Arbeitsministerin ist inzwischen sogar Deutschlands erste Verteidigungsministerin geworden. Nicht, dass ich auch gerne Chefin der unserer Streitkräfte wäre. Aber ich bewundere von der Leyen für ihren Mut eine Aufgabe zu übernehmen, mit der sie zuvor nie etwas zu tun hat.

Natürlich kann ich das in Wirklichkeit gar nicht beurteilen. Vielleicht herrschte in der Großfamilie von der Leyen schon immer ein strenger Kasernenton. Möglicherweise war es schon immer von der Leyens heimlicher Traum, eine eigene Panzerbrigade zu führen und so hat sie vielleicht schon mit gerade einmal 18 Jahren den Panzer-Führerschein gemacht. Aber das ist in diesem Fall egal. Von der Leyen ist für mich nicht ein Vorbild für das was sie wirklich ist, sondern für das, was ich in ihr sehe. Und das ist eben eine Frau, die sich an eine ungewohnte, schwierige und fremde Aufgabe herantraut.

Das sollte ich auch viel öfter tun. Die Angst vor einer unbekannten Aufgabe überwinden und riskieren, dass auch mal etwas total daneben gehen könnte. Denn wäre ich ein bisschen mehr wie sie, dann hätte ich nicht erst nach über zwei Jahren festgestellt, dass sich die Festplatte meines Macs via Timemachine quasi von ganz allein auf die externe Festplatte spiegelt. So aber hat meine Angst davor, dass es schwierig und kompliziert werden würde dazu geführt, dass die Festplatte die ganze Zeit originalverpackt im Schrank lag.

Für die Zukunft also versuche ich ein bisschen mehr wie Ursula von der Leyen zu sein. Ich hoffe nur, dass ich dafür nicht erst acht Kinder bekommen muss.