Dinge, von denen…

Immer öfter passiert es mir, dass ich beim surfen durchs Internet einen Ohrwurm habe. Nein, die Rede ist nicht von „Computerliebe“. Sondern von dem Ärzte-Song, der als Überschrift über diesem Blogpost steht: „Dinge, von denen.“
Was sich im ersten Moment – zumindest für einen Ärzte-Fan wie mich – sehr nett anhört, entpuppt sich als ziemliche Nerverei. Nicht wegen des Liedes, sondern wegen der Gründe für den Ohrwurm. Grundsätzlich kriecht der nämlich in meine Gehörgänge, wenn mal wieder Menschen Dinge im Internet posten, die sie besser für sich behalten hätten. „Dinge, von denen ich gar nichts wissen will“ eben.
Kürzlich fragte etwa eine Frau in einer veganen Facebookgruppe, ob außer ihr noch jemand nach der Ernährungsumstellung Probleme mit Blähungen gehabt habe. Ist das wirklich ein Thema, dass man mit der ganzen Welt teilen muss? Vielleicht bin ich verklemmt, aber über das Thema spreche ich höchstens mit meiner besten Freundin. Wenn überhaupt.
Ganze Blogeinträge widmen sich inzwischen den „Erdbeerwochen“ der Frauen und welche Art der Monatshygiene denn am angenehmsten ist. Wenn wir von der weiblichen Periode verschämt als Erdbeerwoche reden müssen, dann lassen wir es doch besser ganz, oder?
Bitte versteht mich nicht falsch, auch ich habe auf Twitter, Facebook oder hier im Blog gewiss schon private und persönliche Dinge gepostet. Wir leben einfach in einer Welt, in der das Internet einen immer größeren Teil des Privatlebens ausmacht. Aber es sollte gewisse Grenzen geben. Viele Intimitäten sollte man besser für sich behalten oder wenn, sie den Adressaten im so genannten „Real life“ persönlich erzählen. Und mit intim meine ich jetzt nicht nur Dinge, die Sex oder sonstige Körperfunktionen betreffen.
Andererseits, warum rege ich mich überhaupt noch auf? Immerhin hat selbst die Werbung keine Skrupel mehr, uns das Durchfallgesicht von Menschen zu zeigen. Auch so ein Ding, von dem ich nie etwas wissen wollte.

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