Ein Leben lang

In den vergangenen Wochen war ich auf einigen Freisprechungsfeiern. Für die, die es nicht wissen: Nein, da wird nicht gefeiert, dass jemand dem Kittchen entronnen ist. Vielmehr werden die neuen Handwerksazubis zu Gesellen ernannt.

Typischer Bestandteil solcher Veranstaltungen sind Reden, meist vom Obermeister der Handwerkszunft, oft von Berufsschullehrern, gerne auch von Politikern. Aber egal, wer spricht – zwei Themen kamen bis jetzt bei fast jeder Freisprechung vor: In Zeiten des Fachkräftemangels handele es sich bei den Junggesellen um begehrte Arbeitskräfte. Und auch mit Beendigung der Ausbildung höre das Lernen nicht auf.

Anfangs gingen mir diese immer gleichen Floskeln ziemlich auf die Nerven. Dann aber dachte ich über den Aspekt des lebenslangen Lernens mal ein wenig intensiver nach. Denn so abgedroschen es klingt, es stimmt.

Gewusst habe ich diese Tatsache ja schon länger. Und so habe auch ich in den vergangenen Jahren die ein oder andere Fortbildung besucht. Es gibt viele Bereiche, über die ich unbedingt noch etwas lernen möchte. Doch meistens siegte der innere Schweinehund und so habe ich mich diesen Aspekten dann doch nicht mit der Aufmerksamkeit gewidmet, die ich mir vorgenommen hatte.

Das soll nun anders werden. Denn ich habe eine Methode gefunden, mit der ich (hoffentlich) ein Leben lang etwas dazulerne. Im besten Fall täglich. Und ohne viel Aufwand. Ich versuche einfach, jeden Tag etwas Neues zu erfahren. Oftmals ist das eine Kleinigkeit. Aber es geht bei der Sache nicht darum, jeden Tag etwas wahnsinnig außergewöhnliches kennenzulernen. Sondern einfach etwas, das ich noch nicht wusste. Und vor allem: Mir auch bewusst zu machen, dass ich gerade etwas gelernt habe. Dazu muss ich nicht einmal richtig aktiv werden, meistens reicht es Zeitung zu lesen, Nachrichten zu schauen oder „Wer wird Millionär“ einzuschalten. Denn natürlich erfahren wir jeden Tag Neuigkeiten. Meistens fällt es uns nur nicht auf.

Seit einigen Wochen versuche ich nun, diese Methode anzuwenden. Natürlich gelingt es mir nicht immer. An einigen Tagen fällt mir abends partout nichts ein, was ich gelernt habe. Das ist aber auch nicht schlimm. Dafür weiß ich jetzt, dass es nicht nur das Galicien in Spanien, sondern auch ein Galizien in der Ukraine gibt. Oder dass Marianne Rosenberg eine Sinti ist. Nicht unbedingt weltbewegende Dinge. Für mich aber neu.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s