Sag niemals nie

„Sag niemals nie“ – dieser Spruch ist so abgedroschen, dass ich ihn nur als Titel eines James-Bond-Filmes akzeptieren kann. Und trotzdem trifft er gerade genau auf mein Leben zu. Der Grund dafür ist gestern sechs Wochen alt geworden, 50 Zentimeter groß und gnüddelt neben mir auf dem Sofa rum.

Seit der Geburt meines Sohnes mache ich Dinge, von denen ich nie, nie, nie gedacht hätte, dass ich sie tun würde. Eher hätte ich geglaubt, dass ich in einem goldenen Bikini an einem DSDS-Casting teilnehmen und „I will always love you“ singen würde. Wobei ich gestehen muss, dass es sogar schon in der Schwangerschaft anfing. Da ertappte ich mich eines Tages im Drogeriemarkt, wie ich geschlagene 20 Minuten darüber grübelte, welche Art Schnullerband denn die beste für meinen Lütten ist. Silikon? Stoff? Holz? Wenn Holz: unbehandelt oder bunt lackiert? Silikon ist zwar hässlich, kann aber hygienisch in der Spülmaschine gewaschen werden. Stoff ist hübsch, aber wird im angesabberten Zustand schnell siffig. Und was ist, wenn mein kleiner Liebling die bunte Farbe vom Holzband knabbert? Nicht auszudenken. (Davon abgesehen, dass wir bis jetzt noch gar kein Schnullerband gebraucht haben, habe ich mich für eines aus durchsichtigem Silikon entschieden. Nicht schön, aber praktisch. Mütter werden mich verstehen)

Vor ein paar Wochen dann ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass ich ganz unbedingt Desinfektionstücher für unterwegs brauche. Als mir diese Erkenntnis durch den Kopf schoss, stand ich grade bei dm an der Wickelstation und verpasste dem Sohnemann eine neue Büx. Eine Wickelstation übrigens, die sauber, ordentlich und mit großen Unterlegtüchern ausgestattet war. Und obwohl es erstens eher unwahrscheinlich ist, dass ich meinen Sohn (immerhin mein Erstgeborener!!!) an einem Ort nackig machen würde, der auch nur annähernd so dreckig wäre, dass ich ein Desinfektionstuch brauchen würde, trage ich in meiner an eine Reisetasche erinnernden Wickeltasche nicht nur eine Unterlage, eine Decke sowie mehrere Tücher dabei. Trotzdem, inzwischen habe ich natürlich eine Packung sterile Tücher dabei.

Den Mütter-Klassiker habe ich selbstverständlich auch schon im Programm: Das Kind hochheben und an der Hose schnüffeln um zu sehen, ob eine neue Büx gebraucht wird. Und einen Popel habe ich meinem Sohn auch schon aus der Nase gepult. Das Schlimme dabei: Ich fand es nicht einmal widerlich. Hilfe!!!

Ich bin gespannt, was für abstruse Ideen mir noch kommen. Ideen, die mir inzwischen vollkommen natürlich vorkommen werden. Wie Mütter halt so sind.

Ach, und bevor ich es vergesse: Das hier wird jetzt kein weiterer Mami-Blog werden. Obwohl man ja niemals nie sagen soll…