Der Trend geht zum Zweit-Blog

Als ich im Februar 2014 diesen Blog gründete, da wollte ich über Dinge berichten, die mir so durch den Kopf gehen, die ich erlebt habe oder die grade Teil meines Lebens sind. Gerne in humoristischer Form und mit einem Augenzwinkern. Im vergangenen Jahr waren das meist Themen wie Minimalismus, Veganismus oder der Mensch mit seinen Macken. Inzwischen aber gibt es ein weiteres wichtiges – nein, das wichtigste – Thema für mich: Die Geburt meines Sohnes im Dezember. Ein paar Mal habe ich mich hier auf diesem Blog mit Baby-Kram beschäftigt. Ich hatte mir aber fest vorgenommen, aus „Claudia und wie sie die Welt sieht“ keinen Mami-Blog zu machen.

Deshalb habe ich seit Freitag einen zweiten Blog gegründet: „Das kleine Müff„. Dort werde ich in Zukunft all das verbloggen, das mit Kindern und Eltern zu tun hat. Ich schätze, nun bin ich in diesem Internet angekommen.

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Eine Woche voller Wasser – Fazit des Projektes Wasserwoche

Fast traue ich mich nicht, dieses Fazit zum Projekt Wasserwoche zu schreiben. Ein wenig fürchte ich, dass die anderen Teilnehmer mich hassen werden. Denn ich hatte nicht wirklich ein Problem damit, eine Woche lang nur Wasser zu trinken und auf Tee, Cola oder Saft zu verzichten.

Trotzdem habe ich die Challenge wohl nicht ganz bestanden, denn von den insgesamt 24 bei Clara (Tastesheriff) gewonnenen Gerolsteiner-Flaschen habe ich nur 21 ausgetrunken. Rechnerisch waren das also statt der vorgegebenen 2,5 Liter am Tag nur 2,25 Liter. Allerdings steht sogar auf den Flaschen selbst, man solle mindestens zwei Liter Wasser pro Tag trinken, also verbuche ich die Woche als Erfolg.

Dabei begann gleich der erste Morgen mit einem riesigen Durst auf ein Glas Apfelsaft. Da spielte mir mein Hirn wohl einen formidablen Streich, denn sonst trinke ich äußerst selten Apfelsaft. Nachmittags beim Einkaufen ertappte ich mich dann dabei, dass ich überlegte, was wir leckeres trinken könnten. Bis mir dann schlagartig einfiel, dass ich mir diese Gedanken die nächsten Tage nicht machen muss.

Hilfreich bei der Wasserwoche war natürlich auch das warme Wetter vergangene Woche. Da schmeckte Wasser doch viel besser als etwa eine süße Cola. Dank an dieser Stelle übrigens auch an meinen Mann, der meinen Versuch nicht durch irgendwelche fiesen Getränkeangebote sabotierte.

Allerdings muss ich auch ein Geständnis machen: Während ich die Tupperparty problemlos an meiner Wasserflasche nuckelnd (man merkt gar nicht, dass ich mehrmals täglich stille, oder?) überstand, habe ich vermutlich beim Geburtstag des Schwagers einen Schluck aus dem Spezi-Glas des Gatten genommen. Ich bin mir nicht sicher, ich kann mich nicht erinnern und Zeugen gibt es nicht. (Die anderen Gäste müssen gedacht haben, ich sei auf Extrem-Diät: nur Wasser getrunken und als Veganerin nur die Gemüsebeilagen ohne Sauce gefuttert und auch noch auf die Torte verzichtet.)

So wenig entbehrungsreich die Wasserwoche für mich war, so sehr habe ich mich gestern auf meine erste Flasche Cola gefreut. Denn für immer werde ich nicht zur Wassertrinkerin. Ganz zur Freude des Gatten, der da schon seine Befürchtungen hatte: „Als du Vegetarierin wurdest war es nur ein Experiment. Und als du ganz auf tierische Sachen verzichtet hast war es auch erst nur ein Versuch…“

Der Mann in rosa

Im vergangenen Jahr schrieb ich in „Der Rassist in mir“ darüber, dass ich mich künftig nicht mehr so sehr von Vorurteilen leiten lassen will. Leider muss ich an dieser Stelle erklären, dass meine Bemühungen gescheitert sind. Jedenfalls wenn sie Männer mit rosa Oberteilen betreffen.

Denn heute Vormittag hatte ich an der Tankstelle eine unliebsame Begegnung mit einem solchen Exemplar. Der Herr – graue Haare, rosa Pulli, schwarzer Smart – stand vor mir an der Kasse und wollte mit EC-Karte zahlen. Leider hatte er auf der Karte nicht unterschrieben, so dass die Kassiererin ihn nach einem anderen Dokument bat, auf dem sie seine Unterschrift überprüfen konnte. Das allerdings nahm der gute Mann sehr persönlich. Was sie denn glaube, wen sie vor sich habe? Demonstrativ bot er ihr erst die Treuekarte eines Bäckers und dann eines Erdbeerstandes an. Auch ihren Einwand, dass sie dazu verpflichtet sei, wollte der rosa Rächer nicht gelten lassen. Erstens müsse er so nicht mit sich reden lassen, das sei ja eine Unverschämtheit. Und außerdem habe er genug Zeit, um die Sache auszusitzen.

Unverschämt war allerdings nur sein Verhalten. Und zunehmend wurde es auch albern. In seiner Wut nannte er sprach er den Namen der Kassiererin Frau Haas (so nenne ich sie einfach mal) falsch aus und nannte sie „Frau Hase“. Ihre Korrektur wischte er weg und nannte sie ab da demonstrativ „Frau Hase“.

An dieser Stelle konnte ich nicht mehr und mischte mich ein. Er sollte die ganze Sache doch einfach positiv sehen und sich vorstellen, was wäre, wenn seine EC-Karte gestohlen worden wäre. Da würde er doch auch wollen, dass jemand die Rechtmäßigkeit des Nutzers überprüfe. Oh, da hatte ich ihn aber auf dem falschen Fuß erwischt. Die Kassiererin solle sich doch ihre Kunden einfach ansehen, dann würde sie schön erkennen, dass er keiner dieser Öztürks sei, die EC-Karten klauten. Aber es sei ja kein Wunder, dass wir Frauen zusammenhielten.

Irgendwann wurde es der Kassiererin zu dumm, sie schrieb sich das Autokennzeichen des Herren in rosa auf und ließ ihn in sein Auto steigen. Hatte ich schon erwähnt, dass Mister Wichtig in einem putzigen kleinen Smart abfuhr?

„Projekt Wasserwoche“: Wasser, nix als Wasser

Wasserwoche1

Ich probiere gerne mal neue Dinge aus. Zwar bin ich dabei nicht so extrem wie ein früherer Kollege, der mitten im Januar einmal für einen Erfahrungsbericht zwei Wochen lang auf Strom verzichtete. Aber immerhin führte ein veganer Probemonat vor genau zwei Jahren dazu, dass ich seitdem alle tierischen Produkte von meinem Speiseplan gestrichen habe. Aber das, was ich jetzt vorhabe, wird für mich sehr viel schwerer werden als einfach nur keine Milch oder Käse zu essen. Denn ich nehme am „Projekt Wasserwoche“ von Gerolsteiner teil.

Eine Woche lang, vom 8. bis zum 14. Juni, werde ich nur Wasser trinken. Mindestens 2,5 Liter am Tag. Gewonnen habe ich meine Wochenration bei einer Verlosung bei Clara (Tastesheriff). Insgesamt 18 Liter Gerolsteiner schleppte der ein wenig irritierte Postbote vergangene Woche zu uns ins Haus.

Wasserwoche2

Der Postbote war sehr erleichtert, als ich ihm versicherte, mein Wasser künftig nicht im Internet bestellen zu wollen.

Die Menge ist es nicht, die mir Sorgen bereitet. Ich habe schon immer viel getrunken. Allerdings keinen Kaffee, was in der kommenden Woche ein großer Vorteil sein wird. Dem Vernehmen nach wird nämlich der morgendliche Pott Kaffee den übrigen Teilnehmern am Meisten fehlen. Nein, ich trauere schon jetzt meiner abendlichen Flasche Fritz Kola hinterher. Oder, bei diesem Wetter, einer schönen kalten Flasche Malzbier. Oder dem alkoholfreien Alsterwasser. Oder… (ich glaube, ich muss mal schnell an den Kühlschrank).

Hinzu kommt, dass ich blöde Nuss bei der Anmeldung zur Wasserwoche vergessen habe, dass ich am Dienstag Gast bei einer Tupperparty bin (ist so etwas ohne Sekt eigentlich zu ertragen?) und am Sonnabend der 50. Geburtstag des Schwagers ansteht (ist so etwas ohne Sekt eigentlich zu ertragen??).

Nun denn, ich habe es ja so gewollt. Aus dem einfachen Grund, wieder achtsamer mit mir und meinen Trinkgewohnheiten umzugehen. Denn auch wenn ich so gut wie nie Alkohol trinke, so sind Kola, Saft und Malzbier auch nicht unbedingt gesund. Ich erhoffe mir, dass ich nach der Wasserwoche bewusster mit dem umgehe, was ich so trinke. Vielleicht nicht mehr Kola und Malzbier am Abend trinke, sondern Kola oder Malzbier. Und es bei einer kleinen Flasche belasse. In einer Woche verrate ich euch, wie ich mich geschlagen habe.