Technische Überforderung

Es gibt Momente in meinem Dasein als Mutter, da fühle ich mich ziemlich überfordert. Das liegt nicht einmal an meinem Kind. Denn ich habe das große Glück, einen ziemlich ruhigen und entspannten Sohn zu haben. Natürlich hat auch er mal seine anstrengenden Momente, aber im Großen und Ganzen ist der kleine Mann selbsterklärend: Wenn er schreit, dann hat er entweder Hunger, braucht eine neue Büx, ist müde oder will generell von Mama und Papa bepütschert werden. So weit, so einfach. (Meistens jedenfalls.)

An meine Grenzen stoße ich allerdings oft dann, wenn es um die ganze Baby-Logistik geht. Von meinen Entscheidungsschwierigkeiten vor dem Windel- und Wundcremeregal schrieb ich ja bereits hier. Aber auch der Kauf eines simplen Hochstuhls wäre beinahe schief gegangen.

Wie fast jede gutbürgerliche deutsche Mutter entschied ich mich für den Klassiker: den Tripp Trapp von Stokke. Mit dem Newborn-Aufsatz ist der in unserer kleinen Küche nämlich ziemlich praktisch. Großer Nachteil allerdings ist, dass der Stuhl nicht gerade billig ist. Aber wozu gibt es denn Ebay? Da hatte ich die Rechnung allerdings ohne Stokke gemacht, denn der Newborn-Aufsatz passt nicht auf jeden dahergelaufenen Tripp Trapp. Nein, es muss ein Modell sein, dass jünger als sieben Jahre ist (nagelt mich jetzt aber nicht auf eine Zahl fest). Das erfuhr ich allerdings erst, als ich schon fast im Auto saß, um einen über Ebay-Kleinanzeigen entdeckten Stuhl zu begutachten. Ähnliches passierte noch ein weiteres Mal, denn die Verkäuferin und ich waren beide nur so grade eben in der Lage herauszufinden, dass das angebotene Modell zu alt ist. Irgendwann habe ich aufgegeben und einen neuen Tripp Trapp gekauft.

Neu kaufen stand beim Kinderwagen nicht zur Debatte. Einerseits aus finanziellen Gründen, andererseits weil wir einen tollen Wagen von Teutonia von meiner Schwester geliehen bekommen haben. Die wohnt allerdings rund 600 Kilometer entfernt, und so brachte meine Tante den zusammengeklappten Kinderwagen nach einem Urlaub mit zu uns. Fast wäre der Wagen auch für alle Ewigkeit in diesem Zustand geblieben. Denn meine Tante und ich brachen uns beinahe die Finger bei dem Versuch, den Kinderwagen zu entfalten. Durch Zufall gelang es dann zwar irgendwann, aber es dauerte noch einige Tage, bis ich das auch alleine und absichtlich wiederholen konnte.

Bis ich ein zweites Kind bekomme, wird es vermutlich noch einige Jahre dauern. Vorher absolviere ich erst noch ein Ingenieurstudium. Sicher ist sicher. Immerhin werde ich in ein paar Jahren unfallfrei einen Schulranzen öffnen müssen.

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